Alle Artikel in: Der Mensch von Morgen

Foto: Shutterstock.com/Bloomicon
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Die Gatekeeper sind weg

Eine Welt ohne Journalismus: Das Szenario einer Gesellschaft, die zwar nicht informationslos ist, in der aber von Journalisten orchestrierte Informationen verschwunden sind? Jedem Menschen wird ein zugeschnittenes Medienmenü geliefert, dass er noch nicht einmal selbst wählen muss, weil die Maschine es für ihn berechnet. Personalisierung und Algorithmisierung sind freilich keine dunkle Dystopie oder verheißungsvolle Utopie. Beide sind längst in unserem Alltag und auch in der Medienbranche angekommen. Ein Verbot wäre insofern der falsche Weg. Doch wie weit sollen diese Entwicklungen gehen? Dominik Speck entwirft ein düsteres Gedankenspiel. Sein Text ist ein Auszug aus dem Buch „Wenn Maschinen Meinung Machen“, das im März 2018 im Westend-Verlag erschienen ist.  Kurz das Gesicht scannen lassen, Türe auf, losfahren, endlich entspannen. Kein Plan, wie die Menschen das früher gemacht haben, als die Autos noch dumm waren und ihre Fahrer alle die gleiche Straße genommen haben, nur um sich dann fluchend über die Verkehrsplaner zu beschweren. Überhaupt, die menschliche Idiotie. Zum Glück hatte man sie endlich ersetzt, denkt Jacob. Zumindest im Arbeitsleben. Ersetzt durch die nüchterne Kraft von Maschinen. Unterstützen wir doch den …

„Ein Journalist muss kein absoluter Nerd sein“

Virtual Reality ist ein Thema, das mehr und mehr Präsenz erlangt. Was können die großen schwarzen Brillen, die uns eine Realität zeigen, die so nicht oder nicht mehr existiert? Kann Virtual oder Augmented Reality auch ein Instrument für den Journalismus sein? Im Interview erzählt David Orhndorf (WDR) von seinen Erfahrungen. von Antonius Tix und Paul Klur Könnte es sein, dass wir in fünf Jahren alle mit der Virtual-Reality-Brille am Frühstückstisch sitzen? Ohrndorf: Ich weiß nicht – für den Frühstückstisch ist die VR-Brille nicht so cool, weil du abgeschlossen bist und den Vorhang komplett um dich herum hast. Du steigst komplett in eine andere Welt ein. Da musst du dich nicht an den Frühstückstisch setzen, sondern kannst auch in den Keller gehen weil du ja nichts außenherum siehst. Ich glaube, wenn wir wirklich darüber sprechen, was massentauglich ist, was meine Mutter denn möglicherweise benutzen würde, dann würde die sich diese Brille sicher mal angucken – aber ich glaube, sie würde das im Alltag nicht nutzen, weil das diese Abschirmung vom Rest der Welt erzeugt.  Ich denke, …

Foto: everst/Shutterstock.com
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Eichhörnchen oder Tagesschau?

Der Diplompsychologe Tobias Rahm ist ein Mensch, dem die Zufriedenheit geradezu aus dem Gesicht springt. Auf Youtube sieht man den wissenschaftlichen Mitarbeiter in einem Seminar vergnügt vor Studierenden der Uni Braunschweig auf und ab gehen. Immer wieder blickt er aufmunternd in die Runde, streut humorvolle Bemerkungen wie Bonbons in die Theorie. Sein Fachgebiet: Positive Psychologie. Eine Wissenschaft, die sich die Erforschung des Glücks zur Aufgabe gemacht hat. In Zeiten, wo uns von Fernsehwerbung bis Facebook überall Glück versprochen wird, gleichzeitig aber immer mehr Menschen über Depressionen klagen, ist er der richtige Mann um zu fragen: Wie wird man eigentlich glücklich im Digitalen Zeitalter?

Foto: Willyam Bradberry/Shutterstock.com
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Bot statt Doc?

Ein Roboter, der einen Arzt ersetzt, oder Maschinen, die Diagnosen stellen – das alles sind heute noch Zukunftsszenarien. Technisch gesehen sind wir davon jedoch nicht mehr weit entfernt, sagt Dr. Philipp Daumke, Geschäftsführer der Firma Averbis, die sich mit Data Mining und Text Mining im Bereich der Medizin beschäftigt. Er sagt: Die Diskussion um den Einsatz von Daten in der Medizin wird oft zu einseitig geführt. Von Annabell Bialas und Bettina Ansorge Herr Dr. Philipp Daumke, wohin glauben Sie wird uns die Digitalisierung in der Medizin und der Medizintechnik noch hinführen? Dahin, dass wir bald nicht mehr zum Arzt gehen, sondern dass ein Computer eine Diagnose stellen wird? Ja, zumindest bei komplexen oder seltenen Krankheiten ist es jetzt schon so, dass Computer bei der Diagnose helfen können. Man muss aber immer dazu sagen, dass der überwiegende Anteil der Krankheiten, beispielsweise ein grippaler Infekt, leicht vom Arzt diagnostiziert werden kann. Dafür braucht es keinen Computer. Es sind dann also eher schwierige Fälle und seltene Krankheiten bei denen Data Mining und Text Mining zum Einsatz kommen? Vor …

Foto: Kentoh/Shutterstock.com
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Humanity will be lost

Mechanical bodyparts are very common nowadays – a lot of humans have a hip replacement or a pacemaker. Technology helps saving our lives rather often. Some people want to take this a lot further – a philosophical and scientific movement called Transhumanism. Zoltan Istvan Gyurko is one of the most famous Transhumanists, he even ran for president in 2016. In this interview, he talks about his first experiences with Transhumanism, immortality and the future of humanity. By Marie-Louise Timcke und Paul Klur Why is Transhumanism important for our society nowadays? Zoltan Istvan: Well, Transhumanism is perhaps the most important subject matter that we have actually existing in society at the moment. Because humankind has been moving forward very slowly developing science and technology. But in ways that haven’t really rudimentary changed the human being. But all of a sudden, since the invention of the microchip, humanity is changing dramatically because of data, because of the internet, because of computers, because of smartphones. And what we have seen is almost nothing compared to what we’re going …

Foto: T. Dallas/Shutterstock.com
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Die Vermessung der Welt: Rezension von „Das metrische Wir“

Der Berliner Soziologe Steffen Mau liefert in seinem Buch „Das metrische Wir“ eine Bestandsaufnahme der Vermessung des Sozialen ab. Eindrücklich zeigt er auf, welchen Siegeszug Zahlen und Scores, Rankings und Ratings in allen möglichen Gesellschaftsbereichen angetreten haben. Bis zu einer Bestenliste, die alle diese Daten vereint und jedem Bürger einen individuellen Wert zuweist, ist es nicht mehr weit, wie Mau mit einem Beispiel aus China illustriert. Eine Rezension. Die Autorin Juli Zeh hat bereits 2009 beschrieben, wie eine datenbasierte Überwachungsgesellschaft aussehen könnte: In ihrem Roman „Corpus Delicti“ entwirft sie eine Gesundheitsdiktatur, in der nahezu sämtliche Körperparameter vom Staat ausgelesen werden. Seit 2009 sind die Datenmengen, die über jeden einzelnen Menschen potentiell verfügbar sind, weiter angewachsen, und auch die Praxis der Selbstvermessung im Dienste einer ständigen Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden erfreut sich bei vielen Menschen großer Beliebtheit. Der Berliner Soziologe Steffen Mau kann sein im Juni 2017 erschienenes Sachbuch „Das metrische Wir. Über die Quantifizierung des Sozialen“ folgerichtig mit einem ähnlich dystopischen Szenario beginnen, nur dass es sich in diesem Fall um ein reales handelt: …