Autor: Hannah Schmidt

Schau mir in die Linse, Kleines

Das neue iPhone soll bald keinen Home-Button mehr haben, sondern nur noch über die Gesichtserkennung des Besitzers zu entriegeln sein. Stanford-Forscher haben eine Software entwickelt, die anhand von Fotos erkennen kann, ob die abgebildete Person homosexuell ist oder nicht. In Berlin werden am Bahnhof Südkreuz die Gesichter aller, auch der unwissenden, Passanten gescannt und mit erfassten Gesichtern in der Polizei-Datenbank abgeglichen. Ist die Gesichtserkennung das Überwachungswerkzeug der Zukunft? Hat die Technologie vielleicht auch positive Seiten, kann sie Erleichterung in den Alltag bringen? Der Forscher Dr. Andreas Braun leitet beim Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD die Abteilung Smart Living & Biometric Technologies. In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit dem Thema Gesichtserkennung – und beantwortet im Interview die drängendsten Fragen. Von Hannah Schmidt Wie erkennt ein Computer Gesichter und wie erkennt er sie wieder? Früher war das noch einfacher zu erklären. Klassischerweise war es so, dass sich ein Computer charakteristische Punkte im Gesicht angeschaut hat, also die Augen, die Nasenspitze, wo das Kinn anfängt und so weiter. Dann hat man eine charakteristische Abmessung des …

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Sprechen wir über Wahrheit

Journalisten haben einen ganz eigenen Anspruch an die Wahrheit. Vor allem daran, die Wahrheit in ihrer Arbeit abbilden zu wollen. Auf gewisse Weise basieren journalistische Qualitätsstandards wie „Objektivität“ und „Richtigkeit“  auf der Annahme, es gäbe eine vom Menschen losgelöste Wahrheit, an die man sich, nimmt man sich als Berichterstatter nur weit genug zurück, annähern kann – in der Form, dass man sie nicht verfälscht. Aber: Ist das überhaupt möglich? Vielleicht kann Markus Gabriel, junger Shooting-Star der Philosophie, uns bei der Beantwortung dieser Frage helfen. von Hannah Schmidt Der Anspruch, den Menschen an den Journalismus stellen, ist derjenige, umfassend und möglichst unverfärbt über Tatsachen informiert zu werden. Stimmen die berichteten Tatsachen nicht mit dem überein, was der Rezipient oder die Rezipientin für die „wahren“ Tatsachen hält, wird jedoch vor allem in den letzten Jahren schnell das Wort „Lüge“ in den Mund genommen, wird von Fälschung, von „Fake News“, gesprochen. Das bringt eine persönliche Ebene ins Spiel, die erst einmal mit dem Berichteten gar nichts zu tun hat: Schließlich ist eine Lüge eine absichtliche Falschdarstellung einer Sache, …